Nur jeder 8. Ackerbauer lässt jährlich seine Ackerböden untersuchen

Umfrage unter Ackerbauern zu Bodenproben und Humusgehalt

Eine Umfrage von KeyQUEST Marktforschung unter Österreichs Ackerbauern zu den Themen Bodenproben und Humusgehalt ergab überraschende Ergebnisse: nur jeder 8. Ackerbauer in Österreich lässt seine Böden jährlich untersuchen, 5% zumindest alle zwei Jahre - der Großteil also seltener bis gar nicht (10% nie). Trotzdem geben 30% der Ackerbauern an, der Humusgehalt ihrer Böden hätte in den letzten Jahren zugenommen. Die Hälfte stellen keine Änderung beim Humusgehalt fest, nur 3% geben an, er hätte abgenommen. 17% können keine Angaben zur Veränderung des Humus im Boden machen.

Bodenuntersuchungen - je eher desto jünger & größer

Die Häufigkeit von Bodenuntersuchungen nimmt tendenziell mit der Größe des Betriebes zu, und auch jüngere Betriebsführer lassen ihre Böden häufiger untersuchen. Naturgemäß werden in Ostösterreich* - den klassischen Ackerbau-Regionen -  deutlich häufiger Bodenproben entnommen. Ebenso setzen wachstumsorientierte Betriebe auf häufigere Untersuchungen ihrer Böden. Die „Muffel“ unter den Probenziehern sind Bio-Betriebe: da stellt sich die Frage, ob diese mehr auf die eigene Beobachtung setzen oder ihr Vertrauen in eine nachhaltigere Bearbeitung der Bio-Äcker die Bodenuntersuchungen ersetzen.

Humusgehalt bei Bio-Betrieben deutlich über dem Schnitt

Die Bio-Betriebe sind es auch, die überdurchschnittlich stark angeben, der Humusgehalt ihrer Böden hätte in den letzten Jahren zugenommen (43% gegenüber 30% im Schnitt). 
Interessanterweise sind es auch verstärkt Betriebsführer von großen Betrieben, die ihren Böden einen steigenden Humusgehalt attestieren: 39% der Ackerbauern über 50 ha geben an, der Humusgehalt im Boden sei gestiegen.

Humusgehalt - Wunsch oder Wirklichkeit?

Angesichts dieser Ergebnisse darf man sich fragen, ob die Einschätzung des Humusgehalt in den Böden auf konkreten Untersuchungsergebnissen beruht oder lediglich auf der eventuell „gefärbten“ Eigenwahrnehmung der Ackerbauern. Sieht man sich an, wie oft tatsächlich Bodenproben entnommen werden, so kann davon ausgegangen werden, dass hier der Wunsch nach besserer Bodenfruchtbarkeit die Aussagen auf jeden Fall mit beeinflusst.

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